| Deep Impact Weltraummission von Calar Alto |
Am 4. Juli 2005 beschoss die NASA Deep Impact
Mission einen Kometen mit einem massiven Projektil. Gleichzeitig
beobachtete ein anderes Raumschiff aus der Ferne den Effekt der
Kollision. 14 Stunden nach der Kollision wurde der Komet vom Calar Alto aus beobachtet. Einige Beobachtungen wurden kürzlich von L. M. Lara, vom Andalusisches Institut für Astrophysik (Instituto de Astrofísica de Andalucía IAA-CSIC, Spanien) veröffentlicht.
Luisa María Lara (Instituto de Astrofísica de Andalucía-CSIC, Spanien)
leitet zur Zeit das internationale Forschungsteam, das im Rahmen der Deep Impact Mission eine ausführliche Auswertung der Beobachtungen vor und nach der Kollision mit dem Kometen 9P/Tempel 1
durchführt. Seit Beginn des Langzeitprojekts im Januar 2005 wurde der
Komet vom 18. Juni bis 12. Juli 2005 überwacht. Die Beobachtungen
erfolgten an den Sternwarten Calar Alto und Sierra Nevada Observatory, im Südosten Spaniens.
An der Sternwarte Calar Alto hat Lara's Team das Instrument CAFOS am 2.2 m
Teleskop eingesetzt und erhielt direkte Aufnahmen sowie
Langspaltspektren, die es ermöglichten die Einschlagwolke und die
chemische Beschaffenheit des Kometenkerns vor und nach der Kollision zu
analysieren.
Eis, Kern und Koma
Normalerweise besteht ein Kometenkern aus kosmischem Staub und dem Eis verschiedener Substanzen. Wenn der Kometenkern durch die Sonnenstrahlung erwärmt wird, sublimiert das Eis und es bildet sich eine staubige Gaswolke um den Kern, auch Koma genannt. Durch die Einwirkung der Sonnenstrahlung bildet die Staubwolke einen Schweif, den man allerdings nur bei größeren und sehr aktiven Kometen sehen kann.
Einschlag!
Der
künstliche Einschlag auf dem Kern des Kometen 9P/Tempel 1 bewirkte
Intensitätsschwankungen sowie Asymetrien im Koma. Als direkte Folge der
Kollision wurden, unter anderem, Veränderungen der chemischen
Zusammensetzung des Staubs in der Koma registriert, die bis zu 40
Stunden nach dem Aufprall anhielten. Die Einschlagswolke war auf
den Aufnahmen vom 6. und 7. Juli noch immer zu erkennen, allerdings
hatte sie sich unter dem Druck der Sonnenstrahlung deutlich verformt.
Schlussfolgerungen von Lara's team belegen , "dass die vom Projektil erzeugte Staubwolke einer etwa 14 Stunden andauernden Kometenaktivität entstammt". Der Aufprall bewirkte eine eindeutige Erhöhung der Aktivität des Kometen. "Unsere
Beobachtungen erstreckten sich über 5 Umdrehungen des Kometenkerns und
wir konnten keine durch den Aufprall erzeugte anhaltende Struktur in
der Koma erkennen". Die transitorischen Effekte, die im Juli
beobachtet wurden, waren im August nicht mehr sichtbar. Dies wurde von
der Sternwarte La Silla (ESO) in Chile bestätig.
Hochauflösende Aufnahmen:
Die Aufnahmen vom Komet 9P/Tempel 1 (487 Kb) entstanden an der Sternwarte Calar Alto. Die Strukturen in der Koma wurden durch ein Laplace-Filter hervorgehoben. Von oben links nach unten rechts: Die Aufnahmen entstanden amn den Tagen 26. und 29. Juni, und 4. und 5. Juli 2005. Norden oben, Osten links. Am 26. und 29. Juni erschien eine lineare Struktur in ost-westlicher Richtung. Am 4. Juli, ungefähr 15 Stunden nach der Deep-Impact-Kollision, konnte man die Einschlagswolke deutlich erkennen. Am 5. Juli, vierzig Stunden nach der Kollision, konnte man die durch den Druck der Sonnenstrahlung erzeugte Verformung der expandierenden Staubwolke deutlich erkennen. Blickfeld der Aufnahmen: 60 000 x 60 000 km. Fig. 2 aus 2007A&A...465.1061L Falschfarbenbild der Helligkeitsverteilungder (183 Kb) vom Deep-Impact-Experiment erzeugten Staubwolke auf dem Kometen 9P/Temple 1. Die Aufnahme wurde errechnet als Differenzbild der Aufnahmen vor und nach der Kollision, am 3. respektive 4. Juli. Norden oben, Osten links. Blickfeld 60000 x 60000 km. Fig 4. von 2007A&A...465.1061L
© Calar Alto Sternwarte, Juni 2007
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Der
künstliche Einschlag auf dem Kern des Kometen 9P/Tempel 1 bewirkte
Intensitätsschwankungen sowie Asymetrien im Koma. Als direkte Folge der
Kollision wurden, unter anderem, Veränderungen der chemischen
Zusammensetzung des Staubs in der Koma registriert, die bis zu 40
Stunden nach dem Aufprall anhielten. Die Einschlagswolke war auf
den Aufnahmen vom 6. und 7. Juli noch immer zu erkennen, allerdings
hatte sie sich unter dem Druck der Sonnenstrahlung deutlich verformt.
Schlussfolgerungen von